Für das Gründungsjahr der Ortsgruppe Reifferscheid stehen zwei Jahrgänge im Raum. (1909 - oder früher - und 1911)
Das Jahr 1911, nach dem auch die Festlichkeiten für das 75 -jährige Jubiläum stattfanden (1986), wurde bisher noch als Gründerjahr festgehalten.
In dem erschienenen Buch "Die Eifel" 1888-1988, -anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Eifelvereins-
Herausgeber: EIFELVEREIN, Hauptgeschäftsstelle Düren Autoren:  Heinz Peter Brogiato, Birresborn, Werner Grasediek, Steffeln, Dr. Peter Neu, Bitburg, steht unter Kapitel "Geschichte der Eifel und des Eifelvereins bis zum Ende des 1. Welt-krieges (1888 bis 1918)" im Abschnitt 4 (1888-1933), Seite 279, folgendes geschrieben (Zitat):
"In den Jahren 1909-1913 wurden etwa 70 (!) Ortsgruppen neu gegründet oder reaktiviert, 1909 in Amel-Meyerode, Birgel-Lissendorf, Bleialf, Echternach, Gillenfeld, Hellenthal, Jülich, Köln, Langerwehe, Mülheim am Rhein, Nettersheim, Ourtal (Daleiden), Prethtal (Weißenstein), Quadrath-Ichendorf, Reifferscheid, Saarbrücken, Vossenack und Weismes". (Zitatende)
Demnach wäre die OG Reifferscheid doch älter als bisher angenommen. Als weiterer Beweise für eine frühere Vereinsgründung als 1911 seien hier angeführt: vorliegende Fotokopien aus einem alten "Eifelführern" der Jahrg. 1911 und 1910. Im "Verzeichnis der Ortsgruppen des Eifelvereins, Januar 1911" führt man unter lfd. Nr. 86  die Ortsgruppe Reifferscheid an, unter Vorsitz von Lehrer J. Kirfel, mit einer Mitgliederzahl von 34 Personen. Im gleichen Eifelführer-Verzeichnis des Jahres 1910 (Januar) wird die OG Reifferscheid unter Nr. 83 mit 31 Mitgliedern genannt. Hier wurde als Vorsitzender ein Lehrer Roggendorf aus Oberreifferscheid angeführt.
Wieso ging man bisher immer vom Gründerjahr 1911 aus ???
Aus Anlaß des 70-jährigen Vereinsjubiläums (1981) schrieb Hermann Hahn u.a. im Manuskript seiner Begrüßungsansprache (Zitat): Über dem Jahr 1981 steht für unsere Ortsgruppe in großen Buchstaben geschrieben:
"70 Jahre Eifelverein - Ortsgruppe Reifferscheid"
1911  waren es 27 ehrenwerte Männer aus Reifferscheid und umliegenden Orten, die den Grundstein zu unserer OG legten. Männer wie: Oberpfarrer Franz Huppertz, Dipl Ing. Karl Pomp, Wirtin Emilie Reeg, Gastwirt Johann Schumacher,  Dachdeckermeister Hermann Urhahn, alle wohnhaft in Reifferscheid sowie Fabrikant Johann Müller, Bruch,    Schreinermeister Josef Weimbs, Oberreifferscheid, Lehrer Paul Wagener, Oberreifferscheid,Kaufmann Wilhelm Metz, Blumenthal, Kaufmann Josef Schiffer, Blumenthal, Förster Karl Kuppel, Wildenburg, Lehrer Philipp Hoffmann, Wildenburg, Bauunternehmer Johann Hassel, Kirschseiffen.
So berichtet die Chronik; sie gründeten die OG Reifferscheid.
Das unmittelbare Einzugsgebiet der Mitglieder  war  weiträumig und zog sich u.a. von Wolfert bis Kreuzberg.
Der Gründervorstand setzte sich zusammen aus:
1. Vorsitzender:  Lehrer Johann Kirfel aus Reifferscheid, Vater des Ehrenvorsitzenden, Alfred Kirfel.
Stellvertr.Vors.: Kaufmann Josef Schiffer; Blumenthal
Kassierer:          Lehrer Paul Wagener; Oberreifferscheid
Beisitzer:           Bauunternehmer Johann Hassel, Kirschseiffen
                          Förster Karl Kuppel, Wildenburg
Liebe Eifelvereinsfreunde, über die Geschehnisse beider unglückseliger Weltkriege hinüber, über viele Verbotsjahre im 3. Reich hinweg, behielt unsere Ortsgruppe ihren Bestand und heute dürfen wir auf eine rege und aktive Gruppe mit über 300 Mitgliedern, mit eigener Jugendgruppe von ca. 50 Jugendlichen hinschauen, deren Leitfaden es auch heute noch ist, ererbtes und wertvolles Kulturgut zu schützen, zu pflegen und zu erhalten.
(Zitatende)
Irrte man hier im Manuskript des Hermann Hahn ? Wurde nur beiläufig oder unwissend das Jahr 1911 erwähnt?
Die schon vorher erwähnten Fotokopien des Eifelvereins des Jahres 1910 (Januar), belegen schon 31 Mitglieder im Jahre 1909 und aus der Kopie des nachfolgenden Jahres 1911 (ebenfalls aus dem Januar), schon 34 Mitglieder in 1910.
Wenn in Hermann Hahn´s Ausführungen von 27 Gründermitgliedern die Rede ist, dürfte dies für 1908 gegolten haben.
Ab 1908 ein jährlicher Mitgliederzuwachs von 3 - 4 Personen, dies ist realistisch anzusehen.
Betrachtet man die Namen und Berufsangaben der Gründermitglieder, darf man vermuten, dass es zunächst nur einer "wohlhabenderen Gesellschaftsschicht" vorbehalten war, Mitglied zu sein und die Beiträge für den Verein aufzubringen, da für damalige Zeit der "einfache Mann"  -häufig nur "Tagelöhner"-  hierzu finanziell wohl kaum in der Lage gewesen sein dürfte.
Seit Vereinsgründung (welches Jahr auch immer angenommen wird) fehlen uns schriftliche Aufzeichnungen über: Vorstände, Mitgliederzahlen der ersten Jahrzehnte, durchgeführte Aktivitäten u.a.m.
Bedenkt man die Zeit, in der der Anfang der Ortgruppe lag, so muss man zugute halten, dass z.B. Protokolle alle von Hand geschrieben werden musste.
Viele Dinge wurden wegen "Unwichtigkeit" erst gar nicht mal schriftlich festgehalten. Manchmal wurden Tatsachen nur mündlich weitergegeben oder als "Geheimnis" mit ins Grab genommen.
In den Kriegswirren der beiden Weltkriege mögen wohl auch die meisten Unterlagen verloren gegangen sein. In der Zeit des Nationalsozialismus fand das Regime immerzu Gründe, die Existenz derartiger Vereine nicht zu dulden und zu verbieten.
Wer mag unter derartigen Umständen noch Sinn und Zweck darin erkannt haben, der Nach-welt etwa schriftliche Vereinsgeschichte festzuhalten, war der Verein doch ohnehin von der Auflösung bedroht.  
Ältere Mitbürger haben aus damaliger Zeit sporadisch einiges erfahren oder auch miterlebt. Diese mündlich übermittelten Ereignisse sind häufig ignoriert worden, oder, falls sie für den Betreffenden wichtig erschienen, schriftlich festgehalten worden,  - s. handschriftliche Aufzeichnungen des Hermann Hahn - sonst ständen wir hinsichtlich Vereinsgeschichte bis etwa 1968 nicht völlig im Dunkeln
Diese Zusammenstellung verdanken wir unserm Mitglied und langjährigen Wanderwart und Wanderführer Günther Bergerhausen